Datum: 22. Juli 2026 um 21:40 Uhr
Alarmierungsart: Handy, Pager, persönlich (telefonisch), Sirene
Dauer: 5 Stunden 55 Minuten
Einsatzart: Waldbrand
Einsatzort: Truppenübungsplatz Ramsau
Einsatzleiter: HBI Armin Steiner
Mannschaftsstärke: 28 (in Summe ca. 150)
Fahrzeuge: KDO, LFB-A2, MTF-A, RLF-A 2.000/200, TLF-A 4.000/200
Weitere Kräfte: Abschnittsfeuerwehrkommandant Grünburg, Bergrettung Grünburg/Steinbach, Bergrettung Molln, Bezirksfeuerwehrkommandant Kirchdorf/Krems, FF Bad Hall, FF Breitenau, FF Frauenstein, FF Kirchdorf/Krems, FF Micheldorf, FF Ramsau, Pflichtbereichskommandant der Gemeinde Molln, Polizei, Rettungsdienst (SEW)
Einsatzbericht:
Am Abend des 22. Juli 2026 kam es während einer Bundesheer-Übung am Truppenübungsplatz Ramsau zu einem Waldbrand. Nach ersten Erkenntnissen setze gegen 21:00 Uhr ein Leuchtkörper einer abgefeuerten Gefechtsfeldbeleuchtung einen etwa 500 bis 800 m² großen Wald- und Wiesenbereich in Brand. Das Bundesheer unternahm umgehend erste Löschversuche – die interne Brandschutzgruppe, die mit einem Tanklöschfahrzeug ausgestattet ist, koordinierte diese Aktion. Aufgrund des sehr steilen und unwegsamen Geländes konnten die Truppenteile aber den Brandbereich gar nicht erreichen – der gewählte Weg war zu steil und durch eine Felswand versperrt. Daher wurde um 21:40 Uhr die öffentliche Feuerwehr alarmiert. Bereits bei der Anfahrt wurde seitens der Feuerwehr der örtliche Bergrettungsdienst als ganz essentiell notwendige und enorm leistungsfähige Unterstützungs- und Sicherungskraft hinzugezogen. Die Feuerwehren der Gemeinde Molln (FF Breitenau, FF Frauenstein, FF Molln und FF Ramsau) erwartete beim Eintreffen am Übungsgelände ein ausgedehnter Wald- und Flurbrand in sehr steilem Gelände, der Feuerschein war weithin sichtbar.
Erste Maßnahmen der Feuerwehr waren die Unterweisung der eigenen Kräfte hinsichtlich der Gefahren und Verhaltensweisen auf einem Truppenübungsplatz. Die Einsatzleitung stimmte das Vorgehen mit dem Bundesheer ab und entsandte einen Erkundungstrupp, mit dem Auftrag einen begehbaren Zugang zur Brandfläche zu finden. Eine direkte Zufahrt war natürlich genau so wenig wie der Einsatz von Hubschraubern (aufgrund der Dunkelheit) möglich.
Weitere Feuerwehr-Trupps rüsteten sich gründlich aus (u.a. mit Werkzeugen, Kettensägen, Waldbrand-Löschrucksäcken, Sicherungsmittelen, Erste Hilfe Ausrüstung usw.). Zeitgleich begann die Drohnen-Gruppe der Mollner Feuerwehren mit der Lage-Erkundung aus der Luft – eine enorme Hilfe für die Kräfte am Boden. In engem Zusammenwirken aller Helfer konnte ein begehbarer Weg an der linken Flanke der Brandfläche gefunden, markiert und wo notwendig mit Seilen der Bergrettung gesichert werden.
Ein gut geeigneter Pumpenstandort für unsere kompakte und leichte Waldbrandbekämpfungs-Motorpumpe vom Typ Rosenbauer Beaver wurde gefunden – die nur 135kg leichte Pumpe wurde von Einheiten des Bundesheeres und der Bergrettung in beeindruckender Geschwindigkeit ins steile Gelände gebracht. Feuerwehreinheiten stellten eine mehrere hundert Meter lange Löschleitung bis zum Brandbereich her und so konnte rasch mit effektiver Feuerbekämpfung begonnen werden. Die Wasserversorgung im Tal stellten nachalarmierte Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Micheldorf, Kirchdorf und Bad Hall im Pendelverkehr sicher.
Die Löschmaßnahme gestalteten sich schwierig und zeitaufwendig, dennoch konnte um ca. 1:30 Uhr „Brand aus“ gegeben werden. Die Ausbreitung des Feuers in dem schwer zugänglichen Gelände konnte erfolgreich verhindern werden – dabei half aber vor allem die absolute und eher ungewöhnliche Windstille. Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden. Das Bundesheer stellte im Anschluss eine Brandwache um mögliche Wiederentfachung sofort melden und bekämpfen zu können.
Der Einsatz der FF Molln, die mit 28 Mitgliedern vor Ort war, endetet um ca. 3:00 Uhr. Hervorzuheben ist, dass es keine verletzten Einsatzkräfte gab – dies ist vor allem auf die sehr wichtigen Sicherungsmaßnahmen durch den Bergrettungsdienst und auf eine hohes Maß an Umsichtigkeit und „Geländegängigkeit“ der Feuerwehrmitglieder zurückzuführen.
In Summer waren über 100 Feuerwehrmitglieder, über 30 Soldaten des Bundesheeres, mehr als 15 Bergrettungsmitglieder und 2 Sanitäter der des Roten Kreuz (zur Absicherung) im nächtlichen Einsatz. Die vertrauensvolle und leistungsstarke Zusammenarbeit unter den Einsatzorganisationen, die vielfach geübt wird, machte sich mehr als bezahlt – Danke!
