Schaden an Elektrozuleitung löst Brand aus

Datum: 26. Dezember 2019 
Alarmzeit: 16:08 Uhr 
Alarmierungsart: Handy, Pager, Sirene 
Dauer: 5 Stunden 52 Minuten 
Art: Brand Wohnhaus 
Einsatzort: Schmiedstrasse, Molln 
Einsatzleiter: OAW Nino Reiter 
Mannschaftsstärke: FF Molln 25, in Summe ~150 
Fahrzeuge: KDO, MTF-A, RLF-A 2.000/200, TLF-A 4.000/200 
Weitere Kräfte: Abschnittsfeuerwehrkommandant Grünburg, Atemschutzfahrzeug Losenstein, Bauhof der Marktgemeinde Molln, Bezirksfeuerwehrkommandant Kirchdorf/Krems, Energieversorger, FF Altpernstein, FF Breitenau, FF Frauenstein, FF Kirchdorf/Krems, FF Leonstein, FF Micheldorf, FF Pernzell, FF Ramsau, FF Steinbach/Steyr, FF Wagenhub, Polizei, Rettungsdienst (SEW) 


Einsatzbericht:

Am 26.12. um 16:08 Uhr wurde die FF Molln mit dem Einsatzstichwort „Brandverdacht“ in die Schmiedstrasse in Molln gerufen.

Vor Ort stellte sich für Einsatzleiter OAW Nino Reiter folgende Lage dar: Der Hausbesitzer war anwesend und informierte über einen Stromausfall im Haus. Er führte die Einsatzkräfte in den Hof des Gebäudes. Im dort einsehbaren Dachgeschoss im Bereich der Stromzuleitung („Dachständer“) konnte Rauchentwicklung festgestellt werden. Der Bereich war unzugänglich und nur schwer aus der Distanz zu erkunden. Die Stromzuleitung selbst stand unter Spannung. Es wurde daher Alarmstufe 1 für die Einsatzkategorie „Brand Wohnhaus“ ausgelöst und damit alle Feuerwehren des Pflichtbereichs Molln zum Einsatz gebracht.

_Video: www.laumat.at
https://www.laumat.at/medienbericht,zwoelf-feuerwehren-bei-brand-eines-wohngebaeudes-in-molln-im-einsatz,17260.html

Der erste Atemschutztrupp gelanget über eine Leiter zwar rasch direkt zur Stromzuleitung bzw. zum „Dachständer“, der offenbar bereits brennende Bereich lag aber hinter einer Ziegel- und Holzwand. Für die Einsatzkräfte war der direkte Angriffsweg baulich und durch erhebliche Mengen an, am Dachboden gelagertem, Material blockiert. Löschversuche aus der Distanz von Außen und Innen führten zu massiven Lichtbögen aufgrund der noch aktiven Stromführung der Anlage. Aus Sicherheitsgründen musste die aktive Brandbekämpfung solange eingestellt werden bis der Stromversorger die Leitung spannungsfrei schalten konnte. Da es in diesem Zeitraum zu Durchzündungen im nicht erreichbaren Brandbereich kam und die Löschwasserversorgung an der Einsatzadresse schwierig ist (naher Mollner Bach führte kein Wasser) wurde Alarmstufe 2 ausgelöst – in Summe waren daher 12 Feuerwehren mit ca. 150 Mitgliedern im Einsatz.

Ab dem Zeitpunkt der Stromabschaltung konnte sowohl von Außen (Öffnen des betroffenen Dachbereichs, Löschen von oben, Schützen nicht betroffener Gebäudeteile ) wie auch von Innen (Schützen des angrenzendes Dachbodens, Halten des Brandabschnitts, direkte Brandbekämpfung durch Öffnen einer Holzverschalung) ein rascher Löscherfolg erreicht werden. Wesentlich war dabei die Unterstützung der Drehleiter der FF Kirchdorf. In Summe standen gestaffelt 6 Atemschutztrupps im Löscheinsatz. Dieser wurde aber erst durch die Löschwasserversorgung mit 4 Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr und durch eine 800 Meter lange Löschwasserleitung ermöglicht.

„Brand aus“ konnte um 18:25 Uhr gegeben werden.

Während des Einsatzes bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Menschen und Tiere – das alarmierte Rote Kreuz sicherte die Arbeit der Einsatzkräfte ab, die ebenfalls ohne Verletzungen von statten ging.

Die FF Molln konnte den Einsatz um 22:00 Uhr nach Versorgung der Einsatzmittel und Geräte beenden. Seitens unserer Wehr waren 25 Mitglieder und 4 Fahrzeuge im Einsatz.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Einsatzkräften für die gewohnt professionelle Zusammenarbeit – herzlichen Dank!

Am Folgetag, 27.12. 2019 erfolgte die Begehung der Einsatzstelle durch Brandursachenermittler. Am Nachmittag des 27.12. unterstützten die Mollner Feuerwehren eine Dachdeckerei bei Sicherungsmaßnahmen am Gebäude.

Presseaussendungen LPD Oberösterreich: „Verteilerkasten geriet in Brand, Bezirk Kirchdorf an der Krems; Ein 74-Jähriger aus dem Bezirk Kirchdorf an der Krems sah am 26. Dezember 2019 gegen 16 Uhr fern. Plötzlich fiel der Strom aus. Bei der Nachschau stellte der Pensionist im Bereich des Verteilerkastens eine Rauchentwicklung fest. Daraufhin verständigte er sofort die Feuerwehr. Da sich das Feuer rasch verbreitete, mussten zustätzlich zur FF Molln weitere zwölf Feuerwehren anrücken. Teilweise brannte es über das Dach hinaus. Am Gebäude entstand erheblicher Sachschaden, Personen blieben zum Glück unverletzt.“ https://www.polizei.gv.at/ooe/presse/aussendungen/presse.aspx?prid=5A58484C7637466A6941733D&pro=0