Tagelanger Katastrophen-Hilfseinsatz in Rosenau am Hengstpass

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Datum: 10. Januar 2019 
Alarmzeit: 7:00 Uhr 
Alarmierungsart: Handy, persönlich (telefonisch) 
Dauer: 132 Stunden 
Art: Katastrophenhilfe 
Einsatzort: Rosenau am Hengstpass 
Einsatzleiter: Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Helmut Berc & Einsatzstab 
Mannschaftsstärke: gesamt täglich über 300 Feuerwehr-Mitglieder 
Fahrzeuge: KDO, LFB-A2, MTF-A 
Weitere Kräfte: Bauhof der Gemeinde Rosenau, Bergrettung Grünburg/Steinbach, Bergrettung Molln, Berufsfeuerwehr Linz, Bezirksfeuerwehrkommandant Kirchdorf/Krems, Bundesheer, Bürgermeister/Behördenvertreter, Energieversorger, Feuerlösch- und Katastrophenzug des Bezirkes Eferding, Feuerlösch- und Katastrophenzug des Bezirkes Kirchdorf/Krems, Feuerlösch- und Katastrophenzug des Bezirkes Steyr Land, Feuerlösch- und Katastrophenzug des Bezirkes Wels Land, Feuerwehr Höhenretter, FF Rosenau, Kran-LKWs Fa. Bernegger, Kran-LKWs Fa. Holzbau Aigner, Kran-LKWs Fa. Mitter, Polizei, Polizeischule Linz, Radlader Fa. Rohol, Rettungsdienst (SEW), Straßenmeisterei 


Einsatzbericht:

Ein tagelanger Katastropheneinsatz aufgrund von massivem Schneedruck im Bezirk Kirchdorf (Gemeinden Rosenau am Hengstpass, Edelbach, Spital am Pyhrn, Windischgarsten) forderte Feuerwehren aus ganz Oberösterreich.

Hier eine Chronologie der Ereignisse im Einsatzgebiet der FF Molln in Rosenau am Hengstpass:

Am Dienstag, den 8. Jänner spitzte sich die Situation im Süden des Bezirks Kirchdorf durch den enormen Schneefall zu. Aufgrund der zu erwartenden Schneemengen wurde vom Bürgermeister der Gemeinde Rosenau die Feuerwehr alarmiert und in weiterer Folge der Katastrophenzustand ausgerufen.

Am 10. Jänner  wurden 81 Kräfte mit 10 Fahrzeugen über den Katastrophenzug des Bezirkes Kirchdorf nach Rosenau entsendet.

Aufgrund der immer schlechter werdenden Witterung wurden am 11. Jänner weitere Kräfte dazu alarmiert. Über 200 Mitglieder der Feuerwehren des Bezirkes Kirchdorf und des Katastrophenschutzzugs Steyr-Land, dazu 80 Soldaten des Bundesheers und 46 Polizei-SchülerInnen waren im Einsatz.

Am Samstag, 12. Jänner wurde das Personal der Feuerwehren auf 320 Kräfte mit 46 Fahrzeugen über Katastrophenhilfszüge der Bezirke Kirchdorf, Steyr-Land, Eferding und weiteren einzelnen Feuerwehren aus verschiedenen Bezirken aufgestockt. Weiters wurden erneut 80 Soldaten und 50 PolizeischülerInnen eingesetzt.

Zeitgleich wurde bei der Bernegger GmbH in Molln das Werkstättzentrum für die Feuerwehren geöffnet um dort dringend benötigtes Werkzeug („Schneehexen“, Schaufeln usw.) zu reparieren. Die FF Molln und die Bernegger GmbH setzten hier – entfernt vom eigentlichen Einsatzgebiet – Mitglieder und Mitarbeiter ein, die bis ca. Mitternacht die Gerätschaften für den weiteren Einsatz vorbereiteten.

In einem holzverarbeitenden Betrieb in Rosenau stürzte im Tagesverlauf ein Hallenteil ein und musste aufgrund der Gefährdung für die Einsatzkräfte und nach Konsultierung von Statikern aufgegeben werden.

Am Sonntag, 13. Jänner konnte das Personal der Feuerwehren nochmals auf die enorme Anzahl von 379 Personen mit 56 Fahrzeugen aus den Katastrophenhilfszügen Kirchdorf, Steyr-Land, Eferding und Wehren aus ganz Oberösterreich gesteigert werden. Neben den 80 Soldaten und den 50 PolizeischülerInnen kamen 11 Bergretter aus Molln und Grünburg/Steinbach zum Einsatz. Spezialgerät (zwei Kranwagen der Bernegger GmbH aus Molln) wurden angefordert und am Sonntag ganztägig eingesetzt.

Insgesamt wurden bis zum 13. Jänner 140 Einsatzstellen bewältigt. Die Aufgaben der Feuerwehr waren dabei das Abschaufeln von Hausdächern und das Freischneiden von Verkehrswegen und Stromleitungen (umgefallene Bäume). Wesentlich war die Sicherung diverser Einsatzkräfte durch Feuerwehr-Höhenretter und durch die  Bergrettung – Danke!

Am Montag, 14. Jänner stellte der erneute Einsturz einer Halle am Betriebsgelände eines Holzverarbeiters in Rosenau die Einsatzkräfte vor massive Herausforderungen. Diese Bereiche wurden natürlich behördlich gesperrt. Die eingesetzten Kräfte – vorwiegend aus den F-Kat-Zügen Kirchdorf und Steyr-Land – wurden von fünf Teleskopmastbühnen, einer Drehleiter, einem schweren Rüstfahrzeug mit Kran und einem LKW mit Ladekran der Feuerwehren unterstützt. Hinzu kamen 4 Ladekrände privater Unternehmen (Fa. Holzbau Aigner und Fa. Mitter).

Am Dienstag, 15. Jänner konnte der Katastrophenhilfseinsatz im Tagesverlauf beendet werden. Die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft, viele Stunden der Nachbereitung und Refelxion werden folgen. Es gilt auch aus den Erfahrungen zu lernen und das Einsatzkonzept zu optimieren.

Aufgrund des gut funktionierenden und flächendeckenden Feuerwehrsystems in Oberösterreich konnten durch die rasche und unkomplizierte Alarmierung der Einsatzkräfte größere Schäden verhindert werden. So konnte der Großteil des schwer betroffen Betriebs in Rosenau gerettet werden. Vor allem das Stützpunktsystem mit Hubrettungsfahrzeugen, LKWs mit Ladekränen, Kranfahrzeugen (Autokräne), der Feuerwehr-Höhenretter aus den Bezirken Linz-Land, Wels-Land, Kirchdorf, Urfahr Umgebung, Eferding, Steyr-Land und Steyr-Stadt sowie der Berufsfeuerwehr Linz hat sich in diesem Fall mehr als bewährt. Die Unterstützung durch Unternehmen aus der Region in Zusammenarbeit mit den Bezirksverwaltungsbehörden (z.B. sofortige Ausstellung von Ausnahmegenehmigung vom Wochenendfahrverbot für zivile LKWs) trugen zum Einsatzerfolg wesentlich bei.

Ein großer Dank gebührt den Soldaten des Bundesheeres, den PolizeischülerInnen, der Bergrettung, dem Roten Kreuz und vielen Gewerbebetrieben aus der Umgebung für die Hilfe. Übermenschliches leisteten die PartnerInnen der Feuerwehrmitglieder, zahlreiche GemeindebürgerInnen und Funktionäre der Gemeinden, die die Verpflegung für die Einsatzkräfte organisierten!

Allen Mitgliedern der Feuerwehr Molln – allen voran Kommandant HBI Armin Steiner, der als stellvertretender Zugskommandant des F-Kat Zuges Kirchdorf 05/1 ein wesentliche Führungsrolle übernahm – herzlichen Dank für die enorme Einsatzbereitschaft, das sichere und disziplinierte Arbeiten und die herausragende Ausdauer. An jedem Einsatztag war die FF Molln vor Ort mit einer Einsatzmannschaft vertreten. Vor allem unseren Partnern aus Molln, der Bernegger Gmbh und der Bergrettung Molln, gebührt unser spezieller Dank für die rasche und unkomplizierte Hilfe in dieser Ausnahmesituation.